97 % der Erstbesucher verlassen Ihre Website, ohne zu kaufen, ohne ein Formular auszufüllen, ohne irgendetwas zu tun. Das ist normal — sie kennen Sie noch nicht gut genug. Aber das bedeutet nicht, dass sie für immer verloren sind.
Retargeting und Remarketing sind die Strategien, die sie zurückholen. Und sie stellen die Form digitaler Werbung mit dem höchsten ROI dar — aus einem einfachen Grund: Sie versuchen nicht, Fremde zu überzeugen, sondern sprechen Menschen an, die Ihre Website bereits besucht, Ihre Produkte gesehen und echtes Interesse gezeigt haben.
In diesem umfassenden Leitfaden zeigen wir Ihnen genau, wie Retargeting technisch funktioniert, welche Zielgruppensegmente Sie erstellen sollten, welche Strategien auf jeder Plattform gelten und wie viel Budget Sie für maximale Ergebnisse einplanen sollten.
Retargeting vs. Remarketing — Was ist der Unterschied?
Obwohl viele diese Begriffe synonym verwenden, gibt es einen wichtigen technischen Unterschied zwischen den beiden:
Retargeting bezeichnet bezahlte Anzeigen, die Ihren früheren Besuchern auf anderen Websites oder in sozialen Netzwerken angezeigt werden. Google Display Network, Meta Ads (Facebook und Instagram), YouTube Pre-Roll — das sind alles Retargeting-Kanäle. Besucher werden über Pixel (Cookies) identifiziert und bekommen personalisierte Anzeigen zu sehen, während sie im Internet surfen.
Remarketing bezeichnet die erneute Ansprache von Besuchern per E-Mail. Automatisierte E-Mail-Sequenzen, die an jene gesendet werden, die ihren Warenkorb abgebrochen haben, die sich für Ihren Newsletter angemeldet, aber nie gekauft haben, oder an ehemalige Kunden, die längere Zeit nicht bestellt haben.
Beide verfolgen dasselbe Ziel — verlorene Besucher zurückzugewinnen — jedoch über unterschiedliche Kanäle. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie beide strategisch kombinieren.
Wie Retargeting technisch funktioniert
Der Mechanismus ist einfach, aber wirkungsvoll. Sie installieren ein Tracking-Pixel (ein kleines Code-Snippet) auf Ihrer Website — Meta Pixel, Google Tag, TikTok Pixel usw. Wenn ein Besucher auf Ihre Seite gelangt, identifiziert ihn das Pixel über einen Cookie und fügt ihn einer Zielgruppenliste hinzu.
Später, wenn dieser Besucher auf Facebook, Instagram, YouTube oder anderen Seiten im Google Display Network surft, erkennen ihn die Werbeplattformen und zeigen Ihre personalisierten Anzeigen. Es ist wie eine dezente Erinnerung: „Hey, Sie waren bei uns, Sie haben Produkt X gesehen — immer noch interessiert?“
Mit der schrittweisen Abschaffung von Drittanbieter-Cookies wird serverseitiges Tracking immer wichtiger. Anstatt sich ausschließlich auf den Browser des Besuchers zu verlassen, werden Daten direkt von Ihrem Server an die Werbeplattformen gesendet — genauer, zuverlässiger und resistenter gegen Ad-Blocker.
Conversions API (Meta), Enhanced Conversions (Google) und Events API (TikTok) sind die Lösungen, die Sie jetzt implementieren sollten, um Ihre Retargeting-Fähigkeiten langfristig zu sichern.
Wichtige Zielgruppensegmente
Nicht alle Besucher sind gleich. Jemand, der Ihre Startseite nach einer Sekunde wieder verlassen hat, unterscheidet sich grundlegend von jemandem, der 3 Produkte in den Warenkorb gelegt und die Kasse erreicht hat. Die richtige Zielgruppensegmentierung ist der Schlüssel zu profitablem Retargeting:
| Segment | Zeitfenster | Strategie | Erwarteter ROAS |
|---|---|---|---|
| Alle Besucher (keine Aktion) | 1–7 Tage | Markenerinnerung, Wertversprechen | 3–5x |
| Produktbetrachter | 1–14 Tage | Dynamische Produktanzeigen mit angesehenen Artikeln | 5–8x |
| Warenkorb (kein Kauf) | 1–7 Tage | Dringlichkeit, Social Proof, begrenzte Verfügbarkeit | 8–12x |
| Kaufabbrecher (Checkout) | 1–3 Tage | Rabatt/Anreiz, Garantie, kostenloser Versand | 10–15x |
| Frühere Käufer | 30–90 Tage | Cross-Selling, Upselling, ergänzende Produkte | 6–10x |
| Newsletter-Abonnenten (kein Kauf) | 7–30 Tage | Aufklärung, Testimonials, Fallstudien | 4–6x |
Beachten Sie das Muster: Je näher ein Besucher an der Conversion ist, desto höher der erwartete ROAS. Deshalb ist es entscheidend, nicht alle Besucher gleich zu behandeln — die Botschaft, das Angebot und die Dringlichkeit müssen auf jedes Segment zugeschnitten sein.
Plattformspezifische Strategien
Jede Plattform hat ihre eigenen Vorteile für Retargeting. So setzen Sie sie strategisch ein:
Meta Retargeting (Facebook & Instagram)
Die leistungsstärksten Retargeting-Optionen dank enormer Nutzerzahlen und reichhaltiger Daten. Verwenden Sie Dynamic Product Ads (DPA), um genau die Produkte zu zeigen, die Besucher angesehen haben. Erstellen Sie Custom Audiences basierend auf spezifischen Aktionen auf Ihrer Website. Schließen Sie Käufer der letzten 7–14 Tage aus, um Budget nicht zu verschwenden. Begrenzen Sie die Frequenz auf 3–5 Impressionen pro Woche, um Werbemüdigkeit zu vermeiden.
Google Display & YouTube
Responsive Display Ads ermöglichen es Ihnen, Millionen von Websites im Google Display Network zu erreichen. YouTube Pre-Roll-Anzeigen für Besucher, die Zeit auf Produktseiten verbracht haben, sind äußerst effektiv — Video schafft emotionale Bindung. Google Discovery Ads erscheinen in Gmail, auf der YouTube-Startseite und in Google Discover — perfekt für Markenbekanntheit bei kürzlichen Besuchern.
E-Mail-Remarketing
Automatisierte Warenkorb-Abbruch-Sequenzen (3 E-Mails in 72 Stunden) sind der Goldstandard. Browse-Abandonment-E-Mails — gesendet an Besucher, die Produkte angesehen, aber nicht in den Warenkorb gelegt haben — erzielen eine Conversion-Rate von 5–10 %. Rückgewinnungskampagnen nach 30–60–90 Tagen für inaktive Kunden mit schrittweise steigenden Angeboten.
Cross-Plattform (sequenziell)
Die wirkungsvollste Strategie kombiniert alle Kanäle sequenziell: Aufmerksamkeit über Google Display (Tage 1–3) → Produktanzeigen auf Meta (Tage 3–7) → E-Mail-Follow-up mit Sonderangebot (Tage 7–14). Die Botschaft entwickelt sich von Markenerinnerung zu Dringlichkeit und Anreiz und führt den Besucher schrittweise zur Conversion.
Frequenz und Dauer — Wann ist es zu viel?
Werbemüdigkeit ist real und gefährlich. Wenn ein Besucher dieselbe Anzeige 20 Mal in einer Woche sieht, wird er nicht nur nicht konvertieren — er wird Ihre Marke mit Spam verbinden. Hier sind die Regeln, die wir empfehlen:
- ✓Frequenz auf 3–5 Impressionen pro Woche und Nutzer begrenzen
- ✓Creatives alle 2 Wochen erneuern — Bilder, Texte und CTAs ändern
- ✓Nicht länger als 30–60 Tage retargeten — wer in diesem Zeitraum nicht konvertiert hat, ist wahrscheinlich nicht Ihr Kunde
- ✓Nutzer, die bereits konvertiert haben, immer ausschließen — niemand möchte Werbung für ein Produkt sehen, das er schon gekauft hat
- ✓Verschiedene Formate testen: Carousel, Video, Einzelbild — um das Interesse über den gesamten Retargeting-Zeitraum aufrechtzuerhalten
Die Einhaltung dieser Regeln schützt sowohl Ihr Budget als auch Ihre Markenwahrnehmung. Aggressives Retargeting hat genau den gegenteiligen Effekt von dem, was Sie erreichen wollen.
Empfohlene Retargeting-Budgets
Retargeting sollte 10–20 % Ihres gesamten Werbebudgets ausmachen. Ein häufiger Fehler ist es, 100 % des Budgets in die Neukundengewinnung zu investieren und 0 % in die Rückgewinnung bestehender Besucher.
Für die meisten E-Commerce-Shops bedeutet das ein dediziertes Retargeting-Budget von €500 – €1.500/Monat. Mit diesem Budget können Sie Retargeting auf Meta, Google Display und eine automatisierte E-Mail-Remarketing-Sequenz abdecken.
Die Rendite ist nahezu garantiert: Retargeting liefert konstant einen ROAS von 5–12x — deutlich über dem Durchschnitt von Prospecting-Kampagnen. Jeder in Retargeting investierte Euro bringt mehr Geld zurück als jede andere Art digitaler Werbekampagne.
Verlorene Besucher zurückgewinnen
Wir richten Retargeting-Kampagnen auf Meta, Google und per E-Mail ein, die Besucher zurückbringen, die ohne Kauf gegangen sind — mit einem ROAS von 5–15x.
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