Der Markt für Online-Bildung hat 2026 weltweit 375 Milliarden Dollar überschritten und wächst weiterhin mit über 14% pro Jahr. Das ist kein Trend mehr — es ist eine reife Branche, und Ersteller, die jetzt mit einem gut strukturierten Produkt einsteigen, haben eine echte Chance, eine wiederkehrende, skalierbare Einnahmequelle aufzubauen, die nicht von der Anzahl der Arbeitsstunden abhängt.
Der Unterschied zwischen einem Kurs, der konstante Verkäufe generiert, und einem, der auf einer Plattform verstaubt, liegt nicht in der Menge des Inhalts. Es geht darum, die Idee zu validieren, bevor man mit der Aufnahme beginnt, die richtige Plattform für das eigene Geschäftsmodell zu wählen und eine Launch-Strategie zu haben, die Nachfrage erzeugt, bevor das Produkt fertig ist.
In diesem Leitfaden gehen wir den kompletten Prozess in 5 Schritten durch — von der Validierung bis zum fortlaufenden Marketing — mit einem detaillierten Vergleich der beliebtesten Online-Kurs-Plattformen.
Schritt 1: Validiere deine Kursidee
Der grösste Fehler, den Kursersteller machen, ist monatelang Inhalte für eine Idee zu produzieren, für die niemand bereit ist zu zahlen. Die Validierung kommt vor der Produktion, nicht danach.
So validierst du die Nachfrage:
- ●Recherchiere in Google Trends, ob dein Thema einen aufsteigenden oder stabilen Trend hat, keinen absteigenden
- ●Analysiere direkte Wettbewerber — wenn es aehnliche Kurse gibt, die sich verkaufen, existiert der Markt
- ●Erstelle eine Landingpage mit einem Early-Bird-Angebot und sieh, wie viele sich auf die Warteliste setzen
- ●Fuehre ein Pilotprojekt mit 10-15 Teilnehmern zu einem reduzierten Preis durch und sammle echtes Feedback
- ●Definiere deinen einzigartigen Ansatz — was machst du anders als die 50 bereits existierenden Kurse zum selben Thema
Wenn du 50-100 Wartelisten-Anmeldungen sammelst oder 10-15 Pilotplätze verkaufst, hast du ausreichende Validierung. Du brauchst nicht Tausende von Abonnenten — du brauchst Menschen, die jetzt bereit sind zu zahlen.
Schritt 2: Strukturiere deinen Kursinhalt
Denke vom Ergebnis zum Inhalt, nicht umgekehrt. Frage dich: „Was wird der Teilnehmer nach Abschluss dieses Moduls wissen oder können?“ Jedes Modul braucht ein klares, messbares Ergebnis, das du auf der Verkaufsseite versprechen kannst.
Einführungsmodul
Setze Erwartungen, präsentiere die Struktur und liefere einen Quick Win — ein kleines, aber konkretes Ergebnis, das der Teilnehmer in den ersten 30 Minuten erzielt. Das steigert die Abschlussrate dramatisch.
Kernmodule
Der Hauptinhalt des Kurses. Jede Lektion löst ein spezifisches Problem. Kombiniere Video (5-15 Min), Begleittexte, praktische Übungen und Quizze. Überschreite nicht 15 Minuten pro Video — die Aufmerksamkeit lässt danach nach.
Fortgeschrittene Module
Gehe tiefer in die Themen, die am wichtigsten sind. Fallstudien, fortgeschrittene Strategien, echte Templates. Diese trennen einen guten Kurs von einem aussergewoehnlichen.
Bonus-Ressourcen
Herunterladbare Templates, Checklisten, Community-Zugang, Live-Q&A-Sitzungen. Boni erhoehen den wahrgenommenen Wert und rechtfertigen einen hoeheren Preis.
Die ideale Formel für einen 4-8 Wochen Kurs: 6-10 Module mit 3-5 Videolektionen pro Modul (jeweils 5-15 Min), begleitet von praktischen Übungen und einem Abschlussprojekt, das die Kompetenz nachweist.
Schritt 3: Wähle die richtige Plattform
Die Plattform, die du wählst, bestimmt die Teilnehmererfahrung, die verfügbaren Funktionen und wie einfach es ist zu skalieren. Hier ist ein schneller Vergleich der 5 wichtigsten Plattformen:
| Plattform | Ideal für | Schlüsselfunktion | Startpreis | Transaktionsgebühr? |
|---|---|---|---|---|
| LearnWorlds | Interaktives Lernen | SCORM, Quizze, Zertifikate | $24/Monat | Nein (ab Pro-Plan) |
| Thinkific | Anfänger | Grosszügiger kostenloser Plan, einfache Einrichtung | Kostenlos / $49/Monat | Nein |
| Teachable | Mid-Range-Ersteller | Integrierte Marketing-Tools | $59/Monat | Ja (Basic-Plan) |
| Udemy | Eingebautes Publikum | Marktplatz mit Millionen Nutzern | Kostenlos | Ja (50-75%) |
| Kajabi | Premium All-in-One | Kurse + Website + E-Mail + Funnels | $149/Monat | Nein |
LearnWorlds — Am besten für interaktives Lernen
Wenn du wirklich interaktive Kurse erstellen möchtest, ist LearnWorlds die Top-Wahl. Es unterstützt SCORM-Inhalte, fortgeschrittene Quizze mit bedingtem Feedback, anpassbare Zertifikate und einen interaktiven Videoplayer, der es ermöglicht, Fragen direkt in Videos einzubetten. Ideal für Zertifizierungskurse, Unternehmensschulungen oder jedes Programm, bei dem die Wissensüberprüfung wichtig ist. Die Erstellungsoberfläche ist intuitiv, und der integrierte Website-Builder ermöglicht es, eine komplette Website ohne Entwickler zu erstellen.
LearnWorlds testenThinkific — Am besten für Anfänger
Wenn du deinen ersten Kurs startest und etwas Einfaches, aber Professionelles suchst, ist Thinkific schwer zu schlagen. Der kostenlose Plan ermöglicht die Veröffentlichung eines Kurses ohne Vorabkosten, und das Upgrade auf einen bezahlten Plan schaltet eine benutzerdefinierte Domain, Drip Content und erweiterte Integrationen frei. Die Drag-and-Drop-Oberfläche macht die Kurserstellung extrem intuitiv. Es erhebt keine Transaktionsgebühren auf keinem Plan, was bedeutet, dass du 100% deiner Einnahmen behältst (abzüglich der Gebühren des Zahlungsanbieters).
Thinkific testenTeachable — Beliebte Mid-Range-Option
Teachable nimmt einen soliden Mittelplatz auf dem Markt ein. Es bietet integrierte Marketing-Tools (Upsells, Order Bumps, Affiliate-Programme), einen gut optimierten Checkout und Unterstützung für 1:1-Coaching neben Kursen. Der Nachteil ist, dass der Basic-Plan eine Transaktionsgebühr von 5% erhebt, die sich bei hohem Volumen schnell summiert.
Udemy — Grosses Publikum, wenig Kontrolle
Udemy funktioniert als Marktplatz — das Publikum ist bereits da, mit über 70 Millionen Studenten. Das Problem ist, dass du keine Kontrolle über die Preisgestaltung hast (Udemy führt häufig aggressive Rabatte durch), du keinen Zugang zu den E-Mails der Studenten hast und die Provision 50-75% der plattformgenerierten Verkäufe beträgt. Es kann als Sichtbarkeitstool nützlich sein, aber nicht als primäre Einnahmequelle.
Kajabi — Premium All-in-One
Kajabi vereint alles auf einer einzigen Plattform: Online-Kurse, Website-Builder, E-Mail-Marketing, Verkaufstrichter, Communities und Podcasting. Es ist die ideale Lösung, wenn du die Notwendigkeit von Integrationen mit anderen Tools komplett eliminieren möchtest. Der grosse Nachteil ist der Preis — ab $149/Monat, was es nur für Ersteller geeignet macht, die bereits konstante Einnahmen haben und alles auf einer Plattform konsolidieren möchten.
Schritt 4: Erstelle deinen Kursinhalt
Du brauchst kein professionelles Studio, um einen qualitativ hochwertigen Kurs zu erstellen. Du brauchst anständige Ausrüstung, eine klare Methode und die Disziplin, konsistent zu liefern.
Wesentliche Ausrüstung:
- ●Kamera: eine moderne Laptop-Webcam (1080p) reicht fuer den Anfang. Upgrade auf eine DSLR/Mirrorless-Kamera, wenn das Budget es erlaubt
- ●Mikrofon: die wichtigste Investition. Ein USB-Mikrofon fuer 50-100 EUR macht den Unterschied zwischen Amateur und Profi
- ●Beleuchtung: ein Ringlicht oder zwei Softboxen. Natuerliches Licht von einem grossen Fenster funktioniert auch
- ●Aufnahmesoftware: OBS (kostenlos) fuer Bildschirmaufnahmen, Loom fuer schnelle Tutorials, Camtasia zum Bearbeiten
- ●Hintergrund: ein sauberer Hintergrund, kein Durcheinander. Eine einfache Wand oder ein Greenscreen reichen aus
Aufnahmetipps: Filme in Batches — nimm 3-5 Lektionen in einer einzigen Sitzung auf. Verwende ein Skript oder zumindest Stichpunkte für jede Lektion. Sprich direkt in die Kamera und halte ein energisches Tempo. Perfektioniere nicht zu viel — ein guter Kurs, der jetzt geliefert wird, ist wertvoller als ein perfekter Kurs, der nie fertig wird.
Bearbeitungs-Workflow: Schneide lange Pausen und offensichtliche Fehler, füge Folien oder Bildschirmaufnahmen hinzu, wenn du komplexe Konzepte erklärst, füge Untertitel hinzu (erhöht die Zugänglichkeit und das Engagement um 40%) und exportiere in 1080p. Füge keine unnötigen Effekte hinzu — Inhalt zählt mehr als Produktion.
Schritt 5: Starte & vermarkte deinen Kurs
Ein Launch ist kein eintägiges Event — es ist ein Prozess, der Wochen vorher beginnt und Monate danach weitergeht. Hier ist die Strategie in 3 Phasen:
Pre-Launch (2-4 Wochen vorher)
Baue eine E-Mail-Liste mit kostenlosem, wertvollem Inhalt auf (Mini-Kurs, E-Book, kostenloses Webinar). Veroeffentliche Social-Media-Inhalte, die deine Expertise zum Thema demonstrieren. Sammle Testimonials von Pilotteilnehmern. Schaffe Dringlichkeit mit einem zeitlich begrenzten Early-Bird-Angebot.
Launch-Woche
Sende eine E-Mail-Sequenz (3-5 E-Mails in 7 Tagen): Ankuendigung, Vorteile, Testimonials, Deadline, letzte Erinnerung. Biete einen Early-Bird-Preis mit echtem Countdown. Veranstalte ein Live-Launch-Webinar, bei dem du Mehrwert lieferst und den Kurs praesentierst. Aktiviere dein Netzwerk — bitte Partner und Freunde um Verbreitung.
Fortlaufende Promotion (nach dem Launch)
SEO: Erstelle Blogartikel zu Themen rund um deinen Kurs mit Links zur Verkaufsseite. Bezahlte Werbung: Teste Facebook Ads und Google Ads mit spezifischen Zielgruppen. Affiliate-Programm: Biete 20-40% Provision anderen Erstellern, die deinen Kurs bewerben. Monatliche Webinare: Veranstalte kostenlose Sessions, die mit einem Angebot fuer den Kurs enden.
Die goldene Regel: Verlasse dich nicht auf nur einen Promotionskanal. Kurse, die konstante Einnahmen generieren, kombinieren mindestens 3 Traffic-Quellen — typischerweise E-Mail-Marketing, organischen Content (SEO + Social Media) und bezahlte Werbung. Diversifikation schützt dich vor Algorithmus-Änderungen oder Kostensteigerungen auf einem einzelnen Kanal.
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