„Sollen wir auf Facebook Ads oder Google Ads setzen?“ — das ist die ewige Debatte fur jeden Online-Shop. Beide Plattformen konnen ernsthaften Umsatz generieren, aber sie funktionieren grundlegend unterschiedlich. Die eine bringt dir Kunden, die nicht einmal wussten, dass du existierst. Die andere fangt sie genau in dem Moment ein, in dem sie nach deinem Produkt suchen.
Die richtige Antwort ist nicht „die eine oder die andere“ — sondern zu wissen, wann du welche einsetzt. In diesem Leitfaden vergleichen wir die beiden Plattformen direkt miteinander, mit echten Zahlen aus den Kampagnen, die wir taglich fur Online-Shops in Europa verwalten.
Wie jede Plattform funktioniert
Der grundlegende Unterschied ist einfach: Facebook Ads ist Unterbrechungsmarketing (Push), wahrend Google Ads Intentionsmarketing (Pull) ist.
Facebook (Meta) zeigt Anzeigen Personen, die moglicherweise interessiert an deinem Produkt sind — basierend auf Demografie, Interessen, Verhalten und Lookalike-Zielgruppen. Der Nutzer sucht nicht aktiv nach deinem Produkt, aber die Anzeige „unterbricht“ ihn, wahrend er durch seinen Feed scrollt.
Google Ads hingegen zeigt Anzeigen Personen, die aktiv suchen, was du verkaufst. Wenn jemand „Laufschuhe Herren kaufen“ bei Google eingibt, ist die Kaufabsicht bereits vorhanden. Du bezahlst dafur, genau in diesem Moment zu erscheinen.
Dieser Unterschied verandert alles: von der kreativen Botschaft uber das Budget bis hin zu den Produkttypen, die auf jeder Plattform am besten funktionieren.
Direkter Vergleich: Facebook Ads vs Google Ads
Wir haben die beiden Plattformen bei den wichtigsten Kriterien fur E-Commerce gegenubergestellt:
| Kriterium | Facebook Ads | Google Ads |
|---|---|---|
| Targeting | Demografie, Interessen, Verhalten, Lookalikes | Keywords, Suchabsicht, Remarketing |
| Am besten fur | Entdeckung, neue Produkte, Markenbekanntheit | Kaufbereite Nutzer, spezifische Suchen |
| Durchschn. CPC (E-Commerce) | €0,30 – €1,50 | €0,50 – €3,00 |
| Durchschn. ROAS | 3-5x | 4-8x |
| Kreativformat | Visual-first (Video, Carousel, UGC) | Textanzeigen, Shopping, Video |
| Lernkurve | Mittel | Mittel-Hoch |
| Beste Funnel-Phase | Top & Middle Funnel | Middle & Bottom Funnel |
| Skalierung | Einfach, aber abnehmende Ertrage | Keyword-begrenzt, aber hohe Kaufabsicht |
Beachte: Google Ads hat einen hoheren durchschnittlichen ROAS, aber auch einen hoheren CPC. Facebook Ads ist gunstiger pro Klick, erfordert aber mehr kreative Arbeit, um einen Nutzer zu konvertieren, der nicht aktiv nach deinem Produkt sucht.
Wann du Facebook Ads wahlen solltest
Facebook Ads (Meta Ads) glanzt, wenn du Nachfrage erzeugen musst, anstatt sie nur einzufangen. Es ist die ideale Plattform in diesen Szenarien:
Neues oder unbekanntes Produkt
Niemand sucht bei Google nach einem Produkt, von dem er nicht weiss, dass es existiert. Facebook ermoglicht es dir, es der richtigen Zielgruppe zu zeigen und Interesse von Grund auf zu wecken. Ideal fur Produktlaunches, innovative Produkte oder aufkommende Nischen.
Visuelle Produkte (Mode, Wohnen, Beauty)
Wenn dein Produkt in Bildern und Videos gut aussieht, ist Facebook dein Spielfeld. Carousel-, Reels- und UGC-Formate funktionieren aussergewohnlich gut fur Produkte, bei denen Asthetik zahlt.
Niedriger Preis, Impulskaufe (unter €50)
Produkte mit niedrigem Preis konvertieren gut auf Facebook, weil die Kaufentscheidung schnell fallt. Der Nutzer sieht die Anzeige, mag das Produkt und kauft in 2–3 Klicks, ohne umfangreichen Vergleich.
E-Mail-Listen aufbauen
Facebook Lead Ads sind ausserst effektiv fur die Sammlung von E-Mail-Adressen. Sobald du die Liste hast, kannst du E-Mail-Marketing mit hohem ROI betreiben, ohne von Werbeplattformen abhangig zu sein.
Retargeting von Website-Besuchern
Das Facebook Pixel ermoglicht es dir, Besucher erneut anzusprechen, die Produkte angesehen, aber nicht gekauft haben. Mit Custom Audiences und Dynamic Product Ads kannst du bis zu 20–30% der abgebrochenen Warenkörbe zuruckgewinnen.
Wann du Google Ads wahlen solltest
Google Ads glanzt, wenn du bestehende Nachfrage einfangen musst. Die Leute suchen bereits nach dem, was du verkaufst — du musst nur vor ihnen erscheinen:
Hohes Suchvolumen fur deine Produkte
Wenn Menschen aktiv „[dein Produkt] kaufen“ bei Google suchen, hast du bereits validierte Nachfrage. Google Ads platziert dich genau im Moment der maximalen Kaufabsicht vor ihnen.
Hohere Preispunkte (uberlegte Kaufe)
Bei Produkten uber €100–200 vergleichen Kunden vor dem Kauf. Google Shopping und Search Ads positionieren dich in dieser Vergleichsphase, wenn die Kaufabsicht hoch und die Entscheidung fast getroffen ist.
Dienstleistungsbasierter E-Commerce
Wenn du Online-Dienste verkaufst (Kurse, Beratung, Software), funktioniert Google Ads hervorragend. Menschen suchen nach Losungen fur spezifische Probleme, und du lieferst die Antwort.
Google Shopping fur Produktkataloge
Wenn du einen Katalog mit Hunderten oder Tausenden von Produkten hast, zeigt Google Shopping (Performance Max) automatisch die relevanten Produkte basierend auf den Suchanfragen der Nutzer an. Die skalierbarste Losung fur E-Commerce mit grossem Katalog.
Wettbewerber-Targeting
Du kannst auf die Markennamen deiner Konkurrenten bieten und deren Kunden genau in dem Moment anziehen, in dem sie nach ihnen suchen. Eine aggressive Strategie, aber effektiv, wenn du ein uberlegenes Produkt oder bessere Preise hast.
Die optimale Strategie: nutze beide
Die profitabelsten Online-Shops, die wir betreuen, wahlen nicht zwischen Facebook und Google — sie nutzen beide zusammen, strategisch. Jede Plattform deckt eine andere Phase des Verkaufsfunnels ab:
Der vollstandige Facebook + Google Funnel:
- 1. Top of Funnel (Awareness)Facebook Ads — Video, Carousel, UGC fur kalte Zielgruppen
- 2. Middle of Funnel (Consideration)Google Search + Shopping fur Produktsuchen
- 3. Bottom of Funnel (Conversion)Google Brand Search + Shopping mit Kaufabsicht
- 4. WiedergewinnungFacebook Retargeting + Google Remarketing fur abgebrochene Warenkörbe
Wie das Budget aufteilen? Fur die meisten Online-Shops empfehlen wir eine Aufteilung von 60% Google / 40% Facebook, wenn bereits Suchnachfrage fur deine Produkte besteht. Wenn du ein neues Produkt launchst oder in einer aufkommenden Nische bist, drehe es um: 60% Facebook / 40% Google.
Der Schlussel ist, den kombinierten ROAS zu messen, nicht jede Plattform isoliert. Facebook generiert oft die erste Markeninteraktion, und Google schliesst den Verkauf ab. Wenn du Facebook nur nach direkten Conversions bewertest, wirst du den tatsachlichen Impact unterschatzen.
Verwende ein Multi-Touch-Attributionsmodell (oder zumindest First-Click vs. Last-Click), um den wahren Beitrag jeder Plattform zu verstehen. Tools wie Google Analytics 4 und Meta Attribution helfen dir, das Gesamtbild zu sehen.
Optimiere deine Kampagnen
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